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OGS -ScharbeutzOstsee-Grundschule ScharbeutzOGS Scharbeutz

Historie der OGS

 

Entwicklung des Schulwesens in unserer Gemeinde
von Walter Herfurth

Das Bauerndorf Scharbeutz hatte schon vor über 250 Jahren eine Schule.
Die "Hirten- und Schulkate" stand am Dorfplatz neben dem Dorfteich. Aufschluß über die damaligen Verhältnisse gibt der Anstellungsvertrag des Lehrers ?Joachim Andreas Wildau, geb. in Havkrug 10. Juli 1797".

Folgende Bedingungen mußte er bei der Anstellung unterschreiben:

1. Ich erhalte zur Wohnung den gewöhnlichen Wohnkaten und Garten und verspreche noch eine kleine Stube anzulegen. 

2. Von den Hufnern erhalte ich jährlich l Scheffel Roggen und l Scheffel Gerste - sie mögen Kinder haben oder nicht. Einlieger liefern 2 Brödte, sonst sind sie frei. - Jedes Kind zahlt 4 Thaler Holzgeld. Die Kätner hauen und die Hufner fahren ran. Für sechs Schafe erhalte ich freie Weide. Für die Kinder (5 - 10 Jahre alt) wird mir wöchentlich (von Michaelis bis Johannis) Schulgeld gezahlt, für Kinder (10, bis sie aus der Schule kommen) gewöhnlich Schulgeld gegeben. Das Schulgeld, festgesetzt für Religionsunterricht l Thaler, für Schreiben l'/2 Tha­ler und für Rechnen 2 Thaler. - So sind wir auch dahin einig, daß ich diesen Dienst und alles Vorbenannte so lange genießen soll, als ich meinen Pflichten gewissenhaft nachkomme."

Pastor P. Weller, Gleschendorf, schreibt dazu: "Wildau ist geprüft worden und als tüchtigster Bewerber befunden. Er hat auch Lust zum Unterricht. Mit halbjähriger Kündigung wird er angestellt."

Im Jahre 1863 (nach anderen Unterlagen bereits 1856) wurde ein neues Schulhaus gebaut (siehe Bild). Es ist das Jähn-ke'sche Haus an der Bahnhofstraße, das später umgebaut wurde und ab 1928 Postagentur war. 1891 erwarb man von Schramm (damals Besitzer des Wennhofs) das Grundstück am Kammerweg, auf dem eine größere Schule mit 2 großen Schulräumen und einem Handarbeitsraum, ferner 2 Lehrerwohnungen, gebaut wurde. (Heute ist es eine Erweiterung des Rathauses - Gemeindebücherei.)

Vor dem 2. Weltkrieg besuchten 80 Kinder die Scharbeutzer Schule. Gegen Ende des Krieges wurde die Schule mit Flüchtlingen belegt, doch schon am I.September 1945 konnte die Scharbeutzer Schule als eine der ersten im Kreis Eutin wieder eröffnet werden. Es meldeten sich über 600 Schüler an! Die Räume reichten bei weitem nicht aus, deshalb wurde eine Marinebaracke am Strand abgebrochen und im Schulgarten aufgestellt. Dazu wurden Behelfsräume in Betrieb genommen, so in ?Villa Helene" (jetzt Supermarkt), im Kinderheim ?Marie Luise" (jetzt Haus Her­ford, Kammerweg) und Haus Blankertz, Ludwigstraße, später auch im Jugendaufbauwerk am Sportplatz, Luschendorfer Straße.Ostern 1946 wurde auf Anregung der Elternschaft eine 6-stufige Mittelschule eingerichtet, die durch die 2. Schulreform in einen vierstufigen Aufbauzug umge­wandelt wurde.

Von den Schwierigkeiten in den ersten Nachkriegsjahren berichtet die Schulchronik: Der Mangel an Schulbänken war so groß, daß man sich mit Gartenstühlen und Tischen einer Gastwirtschaft behelfen mußte. Auch war es nicht leicht, ohne die nötigen Lernbücher und Hefte Unterricht zu geben. Doch die Begeisterung - nach dem Irrsinn des Krieges-für die gute Sache half über alle Schwierigkeiten hinweg.

Mit großer Ungeduld sahen Lehrer, Schüler und Eltern der Eröffnung der neuen Schule im November 1952 entgegen (die inzwischen aufgestockt worden ist). 1962 wurde die Turnhalle gebaut.1969 wurde der Aufbauzug Scharbeutz aufgelöst, und heute hat die Gemeinde in Pönitz eine 2-zügige Realschule (seit 1978). Dafür hat Scharbeutz seit 1972eine Vorschule. Die Haffkruger Schule in der Waldstraße wurde 1961 eröffnet (bis dahin in der Bahnhofstraße) und 1976 in eine Sonderschule umgewandelt.

Soweit ein kurzer Überblick über die Entwicklung der Schule in Scharbeutz.
Von der strohgedeckten Schulkate mit Goldregen und Holunderstrauch davor, bis hin zur Zentralschule für die Großgemeinde - welch eine Entwicklung!

Damals widmete sich ein Lehrer der Scharbeutzer Jugend, vor dem Kriege waren es 2, kurze Zeit 3, und heute unterrichten in der Grund- und Hauptschule 17 Lehrkräfte (4 Lehrer und 13 Lehrerinnen).

Ein  Auszug aus der Chronik Scharbeutz
von Hermann Schulze Koops (1995)

Die Wiedereröffnung der Schule

Am 1.9.45 begann in Scharbeutz die Schule wieder Vor der Tür des Gebäudes am Kammerweg 2, in dem vor dem Krieg höchstens 93 Schüler unterrichtet worden waren, standen jetzt über 600 Kinder. Man beschloß, eine der Strandbaracken der ehemaligen Kriegsmarine im Schulgarten am Kammerweg aufzustellen, eben dort, wo sich seit 1971 ein Rathaus-Behelfsbau befindet. Die Schulbaracke stand dort von 1946 bis 1954-. Außerdem mietete die Schule im Laufe der Jahre einzelne Räume in umliegenden Häusern an: In "einzelne Räume in umliegenden Häusern an: In "Villa Helene" (heute "BONA" in der oberen Seestraße), im Haus Blanckertz in der Ludwig­straße, im Haus "Maria-Luise" am Kammerweg und in der AWO-Baraeke am Sportplatz an der Luschendorfer Straße.

Im Protokoll der Lehrerkonferenz vom 7.6.46 heißt es u.a.: "Das Ausarbeiten des neuen Stundenplanes macht größte Schwierigkeiten durch den Mangel an ausreichendem Klassenraum "(4- Räume für 13 Klassen!.). Es wird vorgeschlagen, in der noch nicht fertiggebauten Schulbaraeke zunächst einen 5. Raum einzurichten. Der neue Stun­denplan ist darum nur ein Provisorium." Der Unterricht mußte in 3 Schichten erfolgen. "Die Wochenstundenzahl wird für die Lehrer auf 30, für die Lehrerinnen auf 28 festgelegt. .... Jede Lehrkraft führt 2 Klassen.- Die Vervielfältigung der von Kollegen Maiwald ausgearbeiteten Notfibel für die ABC-Schützen stößt auf Schwierigkeiten, die im Augenblick- nicht zu beseitigen sind." Und am 22.6.46: "Die Schulspeisung. Durch Bereitwilligkeit des Schwedischen Roten Kreuzes, vermittelt durch Herrn Fehmerling, wurde der Schule eine Schulspeisung: für 300-400 Schüler für die Zeit von 10 Wochen bewil­ligt. Die Kinder sollen einmal wöchentlich eine warme Mahlzeit er­halten, die im "Augustusbad" zubereitet werden soll."

Ein  Auszug aus der Chronik Scharbeutz
von Hermann Schulze Koops (1995)

 

Die Schule 1946 - 1994

Rektoren: 
(Vorname ?) Stegemann 1945 - 1951
Paul Cords 1951 - 1971
Hark Martinen 1971 - 1984
Ulrich Hasemann 1985 - 1992
Manfred Meyer ab 1992 .

 

Über die bauliche Entwicklung der Scharbeutzer Schule berichtete ich auf den S.101 - 105. Die Schulart, zu der die Schule gehörte, wechselte, und zwar selten zum Vorteil des Schulstandortes Scharbeutz. Als es nach dem Krieg hier 650 schulpflichtige Kinder gab, forderten Eltern auch eine weiterführende Schule. Es entstand eine 6-stufige Mittelschule. Sie entspricht einer heutigen Realschule. Doch schon bald wurde sie zum Aufbauzug heruntergestuft.

1950 begann die erste Aufbauzugklasse und 1952 lief die letzte Mittelschulklasse aus. 1955 lehnte 'das Kieler Kultusministerium die Wiedereinrichtung einer Mittelschule in Scharbeutz ab und erkannte ein Jahr später Scharbeutz ausdrücklich den Aufbauzug zu. Übrigblieb von der Mittelschule die Klassenbenennung M7 bis M10 für "Mittelschulklassen 7 - 10", und die wiederholte Beteuerung vor den Eltern, das Abschlußzeugnis des Aufbauzuges sei genau so viel wert wie das einer Mittelschule. Auch die anerkennende Erklärung auf einer Schulleiterkonferenz, die Scharbeutzer Schule sei nach Lage und Struktur einer Mittelschule sehr ähnlich, nützte keinem Scharbeutzer.

Die Entwicklung führte weiter bergab. 1962 begann in Timmendorfer Strand der Aufbau einer Mittelschule. Dadurch verlor der Scharbeutzer Aufbauzug aus seinem Einzugsbereich, der bis dahin 5 Seebäder, Luschendorf und Schürsdorf umfaßte, die bevölkerungsreichen Orte Niendorf und Timmendorfer Strand. Zudem fühlten sich auch Scharbeutzer nach Timmendorf hingezogen, weil dort kein Aufbauzug, sondern eine "richtige" Mittelschule entstand.
In den 60er Jahren pendelte die Scharbeutzer Gesamtschülerzahl um 300.

1966/67 fand im ganzen Lande eine Umbenennung statt. Aus den Mittelschulen wurden Realschulen, weswegen die Scharbeutzer ihre Aufbauzugklassen statt mit M nun mit R bezeichneten. Der Begriff "Volksschule" verschwand. Stattdessen hieß ihr Unterbau jetzt Grund- und ihr Oberbau Hauptschule.

1967 begann sich das Ende des Scharbeutzer Aufbauzuges infolge Schülermangels abzuzeichnen, als sich für die R7  nur noch 13 Schüler fanden. Im Landesrealschulplan wurde Scharbeutz gar nicht mehr erwähnt.

1968 hieß es im "Generalschulbauplan" sogar, auch die Scharbeutzer Hauptschule solle nach Timmendorfer Strand verlegt werden und in Scharbeutz nur eine zweizügige Grundschule bleiben.

1970 erfolgte die letzte Einschulung in eine R7.

1971 wurde der Scharbeutzer Aufbauzug bereits der Realschule Timmendorfer Strand unterstellt, obgleich der Unterricht für die bisherigen Schüler weiter in Scharbeutz erfolgte. Andererseits gliederte man 1970 die Haffkruger Grundschule Scharbeutz an, während der Unterricht noch bis 1975 in Haffkrug stattfand.

1972 richtete Rektor Martinen zum ersten Mal eine Vorschulklasse ein, aus der wegen der großen Schülerzahl schnell zwei wurden (22.9.72 LN). 

1974 hieß es im Wiedervereinigungsvertrag der Gemeinde (siehe S.163 Kp.XIII) ausdrücklich, das Schulzentrum der neuen Großgemeinde Scharbeutz müsse in Pönitz liegen. Damit schrieben die Gemeindevertreter die Abstufung der Scharbeutzer Schule fest, und seit dem 18.8.78 (LN) gibt es in Pönitz eine zweizügige Realschule.

1983 blieben in Scharbeutz für die neue Hauptschulklasse 5 nur  5 Schüler übrig. Alle anderen nutzten die gewährte Freiheit, die Zeit der Orientierungsstufe in einer Realschule oder einem Gymnasium 22zu verbringen.
Bis 1994- haben sowohl Scharbeutz als auch Pönitz eine Hauptschule, deren Schülerzahlen knapp über den vorgeschriebenen Mindestzahlen liegen. Sobald in einem der beiden Orte die Schülerzahl unter die­se Mindestgrenze sinkt, wird'die Hauptschule Scharbeutz geschlossen. (LN 28.10.92)
Aus der Schulchronik sind ferner erwähnenswert: 1949 übernahm die Schule die Pflege des Dorfplatzes.

1952 begannen die ABC-Schützen nach einer Ganzwort- und Ganzsatzmethode zu lernen.

1953 gründeten Eltern einen Schulverein. 

Seit 1954  hilft die Schule bei der Ausgestaltung der Alten-Weihnachtsfeiern der Gemeinde. Den Anstoß gab Lehrer Ernst, der den Vorsitz im DRK-Ortsverband hatte.

1957 richteten Schüler einen Sportplatz für die Schule her.
In jenen Jahren nutzte die Schule Schmidt's Gasthof, wenn sie einen größeren Raum für eine Feier benötigte.
Bevor 1970 das Meerwasserwellenbad fertig wurde, fand Schwimmunterricht in Bädern in Timmendorfer Strand und Lübeck statt.

1974  zahlte die Gemeinde für Schülerbeförderung 160 000 DM.
1975 - 1991 befand sich die Sonderschule der Gemeinde in Haffkrug. Sie hatte 75 Schüler. Bald nach Eröffnung übergaben die Altherren des OSV Schulleiter Am Wege über 3000 DM, die sie bei einem Benefiz­fußballspiel eingenommen hatten. Ab 1991 werden die Sonderschüler in Ahrensbök betreut. 
1978 hatte die Scharbeutzer Schule 17 Lehrkräfte.

1990 wurde eine "Langzeitklasse" eingerichtet, in ihr sollte das Schulpensum von 2 Jahren in 3 Jahren erarbeitet werden.
Die Gesamtzahl aller Schüler betrug 1990 294-..Dabei sind alle Vorschüler und die Haffkruger Grund- und Hauptschüler bereits mitgezählt. 

1994/95 gab es 16 Klassen. Davon konnten 2 Klassen, nämlich die der jüngsten Haffkruger Schüler, in Haffkrug zur Schule gehen. 

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